

Wer am vergangenen Wochenende die beiden Turnhallen in der Kanti und im Buchholz besucht hat, spürte zuallererst vor allem eines: den riesigen Enthusiasmus und die Freude mit welcher sämtliche Spielerinnen und Spieler an der Sache waren. Wer es in seiner Region in diese Auswahl schafft, hat schon einige Hürden und Tests überwunden und natürlich auch schon viele Trainingsstunden und Spiele hinter sich. Klar sieht man leistungsmässig sehr grosse Unterschiede und solange nicht die selben Richtlinien für alle Regionalauswahlen gelten, wird das auch so bleiben. Aber die Freude ist allenthalben sichtbar und das ist sicher das Wichtigste.
Profi-Trainer sind gefragt
Es gibt Regionen welche neben den Talent Schools auch für die SAR-Auswahlen Profitrainer verpflichten. So zum Beispiel Aargau wo mit Bujar Dervishaj ein langjähriger Volleyball-Profi am Werk ist. Wenn auch seine Jungs „nur“ die Bronzemedaille erkämpfen konnten, man sieht bei diesem Team sofort die Handschrift des Profitrainers. Seine Diplome hat der ehemalige Profi-Volleyballer in Deutschland an der Sporthochsuchle in Köln gemacht. Ab August wird er im Kanton Aargau auch Chef Leistungssport um die ganze Nachwuchsarbeit mit den Talent Schools zu koordinieren. „Wir wollen was erreichen im Volleyball“, meint Trainer Bujar. Früher sei es doch so gewesen, dass die grossen Volleyball Talente aus dem Aargau immer in NLA-Teams ausserhalb des Kantons landeten. (Volley Näfels hat ebenfalls schon davon profitiert) Auch die Region GSGL kann ja mit Mahmoud Dorah ebenfalls auf einen erstklassigen Trainer zählen, was sich auch im ausgezeichneten fünften Gesamtrang zeigt.
Zürich, das Überraschungsteam
Nach dem stilsicheren Auftreten vom Samstag mit drei Siegen zeigte Genf ausgerechnet im Final Schwächen. Dagegen legte Team Zürich über das ganze Turnier einen Steigerungslauf hin und lieferte im Endspiel eine souveräne Leistung ab, welche in einem relativ klaren Sieg gegen die Favoriten aus Genf gipfelte. Die Romands waren geistig nicht mehr voll da und spielten phasenweise zu nonchalant, was die Limmatstädter schonungslos auszunutzen vermochten. Rang drei ging in den Aargau, welche im Spiel um Bronze die Nordostschweizer (Talent School Amriswil) in die Schranken wiesen. Auch dieses Spiel war sehr sehenwert wie übrigens auch dasjenige um den fünften Platz. Die Einheimische GSGL gewann in diesem bereits zum zweiten Mal gegen die Solothurner nach dem Sieg im Gruppenspiel vom Samstag.
Innerschweizerinnen tragen Handschrift von Max Meier
Nicht überraschend aber mindestens ebenso souverän gewannen die Innerschweizerinnen unter ihrem Trainer Max Meier das grosse Finale gegen die SAR Nordostschweiz. Aus diesem Team kommt übrigens auch die beste Spielerin des Turniers Elena Steinemann, welche bei Kanti Schaffhausen trotz ihren erst 16 Jahren bereits in der NLA mitspielt. Unter der Führung der wiederum souverän kämpfenden Nicole Eiholzer gewinnen aber die Girls der Innerschweizer Kantone ohne ihren Gegnerinnen auch wirklich eine echte Chance gelassen zu haben. Sie stellten ein sehr ausgeglichenes Team, machten wenig Eigenfehler und hielten den Druck permanent hoch auf ihre Gegnerinnen. Im zweiten Satz gab es einen kurzen Moment, bei welchem die Meier-Girls mit drei Punkten hinten lagen. Trainer Meier gab seinen Schützlingen aber immer genau die richtigen Anweisungen und vor allem mahnte er immer wieder, das Spiel ganz ruhig durchzuziehen. Das war das Rezept zum Sieg, die eigenen Stärken nutzen und durch hohen Druck die Gegnerinnen zu Fehler zu zwingen. „Ich bin überglücklich über diesen Sieg, vor allem auch weil wir unser Team auf dieses Finale hin noch einmal komplett umstellten um die starken Angreiferinnen effizient blocken zu können“, meinte Trainer Meier nach dem Spiel. „Nina Betschart und Nicole Eiholzer stehen in der Jugend-Nati und sind in der Lage diese ganze Frauschaft mitzureissen“, resümiert Meier die Überlegenheit in diesem Finale. Und dabei seien die meisten noch so jung, dass sie auch im nächsten Jahr noch einmal diese Meisterschaft bestreiten können. Ziel sei es, diese Mädchen Schritt für Schritt in eine Innerschweizer NLA-Mannschaft einbauen zu können. Dazu fehlt aber im Moment noch der Klub, denn Luzern ist ja nicht mehr in der NLA dabei.
Fehlendes Selbstvertrauen verhindert bessere Leistung
Die Mädchen von GSGL erwischten gar keinen guten Start in den zweiten Turniertag. Auf die drei Niederlagen vom Samstag folgten gleich noch einmal deren zwei. Schlusslicht Genf konnte dann aber im sechsten Spiel besiegt werden womit wenigstens noch abgewendet werden konnte im eigenen Turnier gar noch die rote Laterne tragen zu müssen. Bedenkt man, dass die Einheimischen im Startspiel gegen die späteren Turniersiegerinnen gar einen Matchball zum Sieg hatten, kann festgestellt werden, dass vieles ganz einfach am fehlenden Selbstverstrauen lag und niemand so richtig in der Lage war, dieses bei den Mädchen wieder aufzurichten auch nicht die Spielerinnen selbst.